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Ausbildung zum Industriekletterer

Industriekletterer ist in Deutschland noch kein rechtlich anerkannter Beruf. Die offizielle Bezeichnung für diesen Arbeitsbereich lautet Seilgestützte Zugangstechniken (SZT), die Industriekletterer werden auch Seilzugangstechniker oder Höhenarbeiter genannt. In Nordamerika spricht man von Tower Climbing bzw. den Tower Climbers (wörtlich „Turmbesteiger“).

Industrieklettern ist eine sehr gut bezahlte Tätigkeit. Tagessätze ab 1.000 Euro oder 1.500 US-Dollar sind die Regel. Allerdings handelt es sich beim Industrieklettern auch um eine hochriskante Tätigkeit. In den USA gilt Tower Climbing als der gefährlichste Beruf schlechthin. Im Jahr 2006 starben allein 18 Arbeiter durch Stürze von einem Funkmast, 2008 kamen in einer einzigen Woche im April gleich fünf Tower Climbers ums Leben. Seitdem hat die Branche die Auflagen für Training und Arbeitsplatzsicherheit überarbeitet und verschärft.

Industriekletterer: Berufsausbildung in Deutschland

Eine gründliche Ausbildung am Seil sowie ein hervorragender Gesundheits- und Trainingszustand sind absolute Voraussetzung für einen Industriekletterer. Bislang gibt es in Deutschland noch keine direkte Berufsausbildung zum Industriekletterer, da die Tätigkeit nicht als eigener Beruf anerkannt ist (ähnlich wie bei den Flugbegleitern). Seit 1995 vertritt der Fach- und Interessenverband für seilgestützte Arbeiten (FISAT) die Interessen der professionellen Seilzugangstechniker in Deutschland. Seit dem Jahr 1997 gibt es offizielle Richtlinien für die Ausbildung und Sicherheit von Industriekletterern. Die Seilzugangstechniker arbeiten mit einem System aus einem Haltegurt und zwei Seilen, im Gegensatz zu den Sportkletterern, die meist nur ein Seil nutzen. Derzeit setzt sich die Ausbildung zum Industriekletterer aus mehreren Kursen in Abseil- und Klettertechniken zusammen, die jeweils mit einer Prüfung abgeschlossen werden. Vor beginn der Ausbildung wird untersucht, ob der Bewerber höhentauglich ist. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausbildung liegt im Umgang mit der nötigen Ausrüstung. Gurt, Seile und die diversen anderen Hilfsgeräte unterliegen strengen Sicherheitsvorschriften und müssen regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit getestet werden.